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  1. Geistiges Eigentum in Zeiten der 3D-Drucker

    Diese Woche fand der “Welttag des geistigen Eigentums” statt. Die Verbände DIHK, BDI, der Markenverband und der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie luden dazu ins Haus der Wirtschaft in Berlin. Auf der anderen Seite prophezeien Analysten, dass 3D-Drucker bald zum Massenprodukt werden.

    Mit dem 3D-Drucker im Wohnzimmer verwandelt sich das so genannte “geistige Eigentum” in echten, greifbaren Besitz. Werden heute über Filesharing-Portale Filme, Musik und Software geteilt, könnten es in den nächsten Jahren Figuren, Tassen oder sogar Autos sein, beziehungsweise deren Modellvorlagen. Die Betreiber von Pirate Bay gehen davon aus, dass Nutzer in der nahen Zukunft schon Ersatzteile für ihr Auto drucken. In 20 Jahren würden User bereits Sneakers downloaden und irgendwann auch Lebensmittel.

    Die Idee ist keineswegs neu. Es existieren bereits mehrere Portale, über die Nutzer ihre eigenen 3D-Modelldateien hochladen und andere downloaden können. Dazu zählen etwa Thingiverse, Shapeways und Google Warehouse. Könnte es möglich sein, dass bald Abmahnanwälte nicht nur gegen Musik-Filesharer vorgehen, sondern auch gegen User, die 3D-Druckvorlagen ihrer Markenschuhe oder einer iPhone-Hülle teilen?

    In der Industrie werden 3D-Drucker schon seit längerem eingesetzt. Auch für Zuhause gibt es schon einige Open-Source-Geräte, die immaterielle, digitale Designs per Knopfdruck in die Kohlenstoffwelt überführen. Der große Durchbruch der Technologie auf dem Massenmarkt blieb bisher aus. In diesem Jahr soll sich das ändern. Weltweit entstehen kleine Unternehmen, die ihre 3D-Drucker-Modelle im Crowdfunding-Prinzip an die bastelwillige Masse bringen wollen. Eine Verbreitung der Technologie könnte die Industrie und Produktion, sogar die Wirtschaft wie wir sie kennen, komplett verändern. Die Urheberrechtsdebatten der vergangenen Jahre wirken bei dieser Aussicht fast wie eine unterhaltsame Kurzgeschichte.

    Thomas Reintjes stellt die neue 3D-Welt vor. Ob die neuen Drucker die klassischen Geschäftsmodelle der Hersteller tatsächlich bedrohen könnten und die Utopie einer materiellen Allmende verwirklichen, diskutieren wir mit Silke Helfrich vom Commonsblog, Rüdiger Stihl vom Arbeitskreis der deutschen Wirtschaft gegen Produkt- und Markenpiraterie und Nick Pingston von Cloudfab.

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  2. Von Piraten, Urhebern und Big Brother

    Die Piratenpartei im Umfragehoch und die hitzige Debatte um Netzneutralität - das sind zwei von vielen Trends im Netz. Sie sind Thema im Online-Talk.

    Außerdem geht es um den deutschen Big-Brother-Award. Er will den Fokus auf Privatssphäre und Datenschutz legen. Einmal im Jahr werden die Preise verliehen – an Negativbeispiele, die die Privatsphäre beeinträchtigen oder Informationen an Dritte weitergeben.  Cloud beeinträchtigt Datenschutz In diesem Jahr hat die Cloud einen Big-Brother-Award erhalten. Mit der Begründung, sie sei "ein Trend, Nutzerinnen und Nutzern die Kontrolle über ihre Daten zu entziehen. (…) Fast alle Cloud-Anbieter sind amerikanische Firmen - und die sind laut Foreign Intelligence Surveillance Act verpflichtet, US-Behörden Zugriff auf alle Daten in der Cloud zu geben, auch wenn sich die Rechnerparks auf europäischem Boden befinden. Das 2008 vom Bundesverfassungsgericht postulierte Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme wird damit eklatant verletzt." Urheberrechtsdebatte und Netzneutralität Hinzu kommen eine ausufernde und hitzig geführte Urheberrechtsdebatte, der Streit um Maßnahmen gegen den Abmahn-Missbrauch und die Debatte um Netzneutralität – außerdem das Umfragehoch der Piratenpartei. Im Online-Talk geht es neben all dem auch um den anhaltenden Boom der Smartphones und die Situation der Musikindustrie.

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  3. Breitband - Das Outsourcing der Geheimdienste

    Internet-Startups und Geheimdienste haben nicht viel gemein – sollte man denken. Tatsächlich kaufen sich US-Geheimdienste bei Neugründungen in der Tech-Branche systematisch ein. Meike Laaff hat recherchiert, wie verstrickt staatliche Sicherheit und private Wirtschaft schon sind. So investiert die CIA über den Risikokapital-Geber In-Q-Tel in innovative Start-Ups. Geld floss auch an die Firma Keyhole, die das entwickelt hat, was wir heute unter dem Namen “Google Earth” kennen.

    Wie kommt es bei Sicherheitsbehörden zum Outsourcing? Was hat es für Konsequenzen, wenn Geheimdienste und Unternehmen zusammen arbeiten? Darüber sprechen wir mit dem investigativen Journalisten James Bamford, der sich seit Jahren mit den US-amerikanischen Sicherheitsdiensten befasst.

    Was für einen immensen Aufwand die US-amerikanischen Behörden betreiben, um Kommunikationen zu überwachen, berichtete Bamford kürzlich im Magazin Wired. Still und leise baut die National Security Agency (NSA) ein gigantisches ‘geheimen’ Datencenter in Utah. Yottabytes an Speicherplatz entstehen dort im Namen der Sicherheit. Um all das zu speichern, was Zielpersonen über die Satelliten schicken – Emails, Dateien, Anrufe.

    Ian Brown von der Universität Oxford ist überzeugt, dass sich staatliche und private Interessen auch ohne Überwachungsszenario erfüllen lassen. Vera Linß spricht mit ihm über Privacy By Design, Vorratsdatenspeicherung und EU-Politik.

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  4. Breitband - Klüngel, Imagepflege, Aufklärung?

    Wie alle Teile einer demokratischen Gesellschaft vertreten auch Unternehmen ihre Interessen. Wenn jeder erkennen kann, wer dahinter steht, ist dagegen eigentlich nichts einzuwenden. Nur dürfen sich Unternehmen nicht hinter vermeintlich gemeinnützigen Vereinen verstecken. In jüngster Zeit beackern immer mehr Internet-Konzerne das neue Politifeld Netzpolitik – mit umstrittenen Methoden. Beim gerade gegründeten Internetverein D64 sind auch Vertreter von Facebook und Google dabei.

    Ist netzpolitischer Lobbyismus anders als Lobbyismus für Atomkraft, Banken und Energiekonzerne? Das haben Philip Banse und Volker Tripp mit Felix Kamella von LobbyControl und Jeanette Hofmann, Gründungsdirektorin des von Google finanzierten Instituts für Internet und Gesellschaft, diskutiert. Julia Möckl stellt Netz-Lobbyisten und Interessenvertreter vor.

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  5. “Geeks” und “Nerds” im Parlament

    Der Einzug der Piraten ins Berliner Abgeordnetenhaus war ein Paukenschlag. Fast zehn Prozent konnte die Newcomer-Partei auf sich vereinen. Mit neuen Konzepten und neuen Strategien wollen sie den parlamentarischen Alltag jetzt revolutionieren. Aber sind die Internet-Enthusiasten im Parlament richtig aufgehoben? Oder spielen sie als außerparlamentarische Strömung nicht eine wesentlich wichtigere Rolle – ohne die Zwänge von Geschäftsordnungen und medialem Dauerfeuer?

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  6. Hacker im Handynetz

    Das Abhören von Handygesprächen war bisher eine Sache von Polizei und Geheimdiensten. Mittlerweile kann jeder mit etwas technischem Sachverstand Handys ausspionieren oder sogar Handynetze teilweise lahmlegen.

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