Publizist Tichy verlässt nach Kritikwelle Karrierebörse Xing | radioeins

Trotz einer Entschuldigung von seiner Seite sei die Kritik nicht abgeebbt. Stattdessen habe er sogar Morddrohungen erhalten. Außerdem habe eine Kampagne gegen das Karrierenetzwerk begonnen. Aus diesem Grund trete er mit sofortiger Wirkung vom Posten des Herausgebers bei dem Karriereportal zurück.

Auf "Tichys Einblick" war ein Artikel erschienen, in dem ein Mann namens Jürgen Fritz schrieb, dass sogenannte "Grün-Linke Gutmenschen krank sind". Und er meinte das nicht in irgendeinem übertriebenen Sinne, sondern ganz wörtlich. Die seien im klinischen Sinne gestört. Man könne mit denen nicht reden, man müsse die behandeln lassen, von einem Facharzt.     

Irgendwann waren die Proteste gegen diesen Artikel so laut geworden, dass Tichy ihn löschte und sich dafür entschuldigte, dass er ihn veröffentlicht hatte. Aber, ehrlich gesagt, war es auch nicht so überraschend, dass dieses Stück dort erschienen war: Die Seite nennt sich zwar, scheinbar harmlos-gediegen, "das liberal-konservative Meinungsmagazin". Aber dort wird schon mit einer erstaunlichen Wut und Heftigkeit gegen alles vermeintlich Linke gewettert, gegen Merkel, die ganzen Idioten, die uns regieren, und die ganzen Idioten, die nicht dagegen protestieren.

Zahlreiche Nutzer hatten in den sozialen Medien erklärt, dass sie ihre kostenpflichtigen Accounts kündigen wollen - als Protest gegen Roland Tichy.

Ist eine solche Kampagne, ein Boykott über Bande, legitim? Ein Kommentar von dem Medienjournalisten Stefan Niggemeier.

http://www.radioeins.de/programm/sendungen/modo1619/wissen-denken-meinen/stefan-niggemeier.html