FRN: Hedonismus als Ideologie der Selbstbefreiung (Juli 2010)

Ein Dutzend Menschen gründen ein Kollektiv, mieten ein verfallenes Gelände, bauen das verwitterte Gebäude darauf aus und pflanzen einen Garten an: Ein Technoclub ist entstanden, ein Atrium des Hedonismus. Sie schaffen das nicht allein – Freundinnen, Sympathisantinnen und (Lohn-)Arbeitssuchende helfen. Euphorisch hängen sie kleine Diskokugeln in die verwilderten Bäume, lachen über Bauvorschriften für Pissoirs und übernachten im Wechsel auf einer alten Matratze vor der ungesicherten Musikanlage. Diese Menschen träumen von Räumen, in denen sie tanzen können, ohne blöd angemacht zu werden. Sie hoffen darauf, mit dem Auflegen von Musik ihre Miete bezahlen zu können. Sie haben die Vision, anders zu arbeiten, ohne Chef und Chefin, frei, lustvoll und solidarisch. Sie wollen einen Platz zu schaffen, um sich selbst zu verwirklichen, sich ausleben zu können. Sie fangen an, erst auf dem Bau, dann auf Plena, in Arbeitsgemeinschaften, an der Tür und hinterm Tresen. Manche arbeiten bis zu 50 Stunden in der Woche – für umsonst, für eine minimale ‚Aufwandsentschädigung‘ oder für einen Lohn, der nicht ausreicht, um das Leben zu bezahlen. Sie betreiben Selbstausbeutung.

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  1. Hedonismus als Ideologie der Selbstbefreiung (Juli 2010)

    —Huffduffed by bildschirmtext on September 14th, 2010